26.06.2015 – 14:52 | Kein Kommentar

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Gastgeschenk für Nachwuchs aus dem Ausland

Eingetragen von am 24.02.2014 – 12:23Kein Kommentar

Aufgrund mangelnder Bewerber bleibt eine große Zahl an Lehrstellen in Deutschland Jahr für Jahr unbesetzt. Das Förderprogramm „MobiPro-EU“ soll es nun jungen Leuten aus dem EU-Ausland ermöglichen, hier eine Ausbildung zu beginnen.

Wenn ab September zwei junge Spanier in seinem Handwerksbetrieb in Rohrdorf bei Nagold ihre Ausbildung beginnen, ergibt das auch für Elektroinstallateurmeister Heiko Seeger eine völlig neue Situation. Gleichwohl ist dieser optimistisch, dass alles gut verlaufen wird, zumal einer der beiden neuen Azubis bereits ein zweimonatiges Praktikum in seinem Betrieb gemacht hat. Mit den Leistungen von Vicente Garcia Guardiola dabei war Meister Heiko Seeger sehr zufrieden.

Die Firma von Heiko Seeger ist nur eine von vielen in Deutschland, die im Herbst junge Menschen aus Spanien, Portugal und Griechenland als Azubis in ihren Betrieben willkommen heißen wird. Durch das neu geschaffene nationale Förderprogramm „MobiPro-EU“ haben es junge Ausländer leichter, Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erhalten. Ebenso wird es deutschen Handwerksbetrieben ermöglicht, Nachwuchspersonal im EU-Ausland zu finden und einen Beitrag zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Staaten zu leisten.

Barrieren überwinden

Um dem Fachkräftemangel hierzulande entgegenzuwirken und die gewaltige Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa zu reduzieren, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales das Sonderprogramm „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen und arbeitslosen jungen Fachkräften aus Europa“ (MobiPro-EU) vorgestellt. Ziel ist es, Barrieren, die im Alltag oft jungen Menschen den Zugang zum deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erschweren, abzubauen und zu überwinden. Das Programm richtet sich an EU-Bürger zwischen 18 und 35, die beabsichtigen, in Deutschland eine betriebliche Ausbildung zu beginnen und aus ihrem Heimatland zwar einen Schulabschluss aber keine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringen. Außerdem sollen von „MobiPro-EU“ auch Menschen profitieren, die arbeitslos sind und eine qualifizierte Beschäftigung in einem Engpass- oder Mangelberuf in der Bundesrepublik beginnen wollen. Die Unterstützung ist vor allem finanzieller Natur – dadurch sollen für die Auszubildenden die Kosten für Sprachkurse, Lebensunterhalt und Anreise begrenzt werden.

Große Motivation der angehenden Azubis

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Calw, Holger Klemke, ist für seine Region nach Alicante geflogen und hat dort jungen Spaniern im Rahmen von „MobiPro-EU“ das deutsche Ausbildungssystem näher gebracht. Klemke erklärte im Anschluss, dass er auf hochmotivierte junge Menschen getroffen sei. Neun Spanier absolvierten im Frühling bereits Praktika in deutschen Firmen, sechs starten im September mit einer Ausbildung – Klemke sieht darin einen Erfolg. Es sei für die Arbeitssuchenden nämlich keineswegs leicht, ihr Heimatland für eine Ausbildung hier zu verlassen. Eine Unzulänglichkeit von „MobiPro-EU“ ist laut Klemke die fehlende Trägerzulassung. Träger könnten die ausländischen Azubis finanziell noch besser unterstützen, so der Baden-Württemberger.

Sonderprogramm „MobiPro-EU“: Die zentralen Förderungen für ausländische Auszubildende

Sprachkurse: Die Förderung umfasst höchstens 170 Unterrichtsstunden (à 45 Minuten) im Heimatland, dafür gibt es zehn Euro pro Stunde. In Deutschland werden zusätzlich noch 85 Unterrichtsstunden als Vorbereitung auf ein Praktikum mit zwölf Euro pro Einheit bezuschusst. Ebenso werden praktikumsbegleitende Kurse gefördert.

Anreisekosten: Die Reise zum Bewerbungsgespräch wird bis zu einer Distanz von 500 Kilometern mit 200 Euro und darüber hinaus mit 300 Euro pauschal gefördert. Die gleichen Summen erhalten die Azubis für den Hin- und Rückweg vor Beginn und nach Ende des Praktikums.

Umzugskosten: Zum Start der betrieblichen Ausbildung gibt es 500 Euro als Anreisepauschale, die Umzugskosten sind darin einbegriffen. Sollte die Ausbildung vorzeitig abgeschlossen werden, wird nochmals eine Rückreisepauschale in der gleichen Höhe gewährt.

Ausbildungsbegleitung: Zu diesem Angebot gehören u.a. Sprachkurse und Nachhilfe für die Berufsschule. Die Förderung ist regional unterschiedlich und hängt von den Pauschalbeträgen der jeweiligen Arbeitsagenturen ab. So gibt es etwa in Plauen 130 Euro, in Saarbrücken 200 Euro pro Monat. Auch eine sozial- und berufspädagogische Ausbildungsbegleitung wird höchstens für die Länge der Ausbildungszeit gefördert.

Lebensunterhalt: Für die Dauer des Praktikums inklusive des vorbereitenden Vollzeit-Deutschkurses gibt es bis zu 818 Euro pro Monat. Die Praktikumsvergütung wird angerechnet. Für die betriebliche Berufsausbildung gilt der gleiche Betrag bei Anrechnung der Ausbildungsvergütung. Eine Erhöhung um 130 Euro erfolgt, wenn der/die Auszubildende bereits eigene Kinder betreuen muss.

Heimreisen: Pro Ausbildungsjahr werden zwei Heimfahrten mit jeweils 200 bis 300 Euro (je nach Entfernung) bezuschusst.

Quelle: Handwerk Magazin

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