Tausche Auto gegen Lehrling
7. Februar 2013 – 16:03 | Kein Kommentar

Der Bedarf an Auszubildenden im Handwerk wird immer größer. Viele Unternehmen versuchen daher mit attraktiven Angeboten und ungewöhnlichen Ideen neue Bewerber anzulocken. Aber wie macht man einen Betrieb für die Jugend interessant?
Für gute Noten gibt …

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Thüringen: Bildungsreform für qualifizierte Azubis

Eingetragen von kk am 27. November 2011 – 14:44Kein Kommentar

Bild © Doc RaBe – Fotolia.comDie akut sinkenden Zahlen der Lehrstellen-Bewerber stehen dem hohen Fachkräftebedarf gegenüber.

Der Präsident der Handwerkskammer aus Erfurt, Stefan Lobenstein, fordert daher einen stärkeren wirtschaftlichen Bezug in den Schulen und eine bessere Berufsorientierung.

Fachkräfte-Nachwuchs von Gymnasien?

Erfurt. Das Thüringer Handwerk drängt zielstrebig auf eine neue Bildungsreform. Es sei nicht sinnvoll, dass aktuell mehr als die Hälfte aller Schüler im Freistaat an Gymnasien unterrichtet werden, so der neue Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein.

“Wir müssen die Frage, ob die Regelschule noch die Regel ist, mittlerweile mit einem klaren Nein beantworten”, sagte Lobenstein. Natürlich könne sich der Handwerker den dringend benötigten Fachkräfte-Nachwuchs auch auf den Gymnasien sichern, es sei aber fraglich, ob das logisch ist. “Der junge Thüringer hat die Hochschulreife und sollte dann auch studieren”, so Lobenstein.

Höhere Durchlässigkeit

Der jährliche Bedarf an Auszubildenden beträgt rund 3000. Um das Niveau des Handwerks in Thüringen aber auf dem momentanen Stand halten zu können, seien die rund 6700 Realschüler als potentielle Bewerber aber zu wenig. Denn auch Unternehmen in anderen Branchen und Bereichen bieten und besetzen Lehrstellen.

Zudem hält Lobenstein die Entscheidung für eine weiterführende Schule bereits nach der vierten Klasse für zu früh. Wolle man dieses Vorgehen beibehalten, so sollte man zumindest zwischen Regelschule und Gymnasium für eine höhere Durchlässigkeit sorgen, so die Aussage des Präsidenten.

Praktikum: Fehlbewerbung vermeiden

Lobenstein erwartet von den Schulen in Thüringen einiges. So sollte ein stärkerer Praxisbezug und eine gezielte Unterstützung der potentiellen Bewerber bei der Berufsorientierung statt finden. “Die jungen Leute müssen Gelegenheiten bekommen, sich auszuprobieren”, sagte Lobenstein. Selbst wenn nach einem absolvierten Praktikum die Erkenntnis entstehe, dass dieser Beruf nichts für einen sei, so sei das immerhin ein Fortschritt. Denn so kann man eine Fehlbewerbung und einen darauf oftmals resultierenden Abbruch vermeiden.

Die Handwerker müssen die besten Bewerber bekommen. Doch das orientiert sich nicht allein an Noten und Durchschnitten. Vielmehr komme es auf handwerkliche Fähigkeiten an. “Natürlich sind das Rechnen und Schreiben unbedingte Voraussetzungen”, sagte Lobenstein, “aber auch Motivation und Leistungsbereitschaft spielen eine wichtige Rolle.”

Zukunftschancen im Beruf

Er erlebe das als Ausbilder in seinem Unternehmen regelmäßig. “Ich bilde seit 16 Jahren in drei Berufen aus, das sind Konditoren, Bäcker und Fachverkäufer”, sagte der Konditormeister mit eigener Firma in Erfurt. In diesen Jahren habe er eine Beobachtung gemacht. Während Jugendliche, die Konditor werden wollen und nach einem Praktikum hochmotiviert die Ausbildung antreten, sei es bei den Bäcker-Azubis anders. Diese kämen meist ohne irgendeinen Bezug zum Beruf in das Unternehmen.

Es sei für das Handwerk in Thüringen wichtig, den momentan eingeschlagenen Weg weiter zu führen und das etwas eingestaubte Image abzulegen. Der 47-jährige Kammerpräsident ist der Meinung, dass man zeigen müsse, wie breit gefächert das Spektrum der Handwerksberufe und die Zukunftsaussichten sind. Denn bei der Wahl eines Berufes geht es auch darum, wie die künftigen Beschäftigungschancen aussehen.

( Quelle: Thüringer Allgemeine, Bild © Doc RaBe – Fotolia.com )

Autor: kk
kk
Name: Kristina Kopp
Über den Autor:
Kristina Kopp ist Online Redakteurin bei Handwerk-kompakt.
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