26.06.2015 – 14:52 | Kein Kommentar

Die Wanderer freuen sich schon auf eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen. Doch als sie am Ausflugslokal ankommen, sind Türen und Fenster verrammelt. Der Wirt hat sich nach jahrzehntelanger Arbeit altersbedingt zur Ruhe gesetzt, ohne …

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Viele Gastronomen in der Region sind 66 oder älter

Eingetragen von am 26.06.2015 – 14:52Kein Kommentar

Die Wanderer freuen sich schon auf eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen. Doch als sie am Ausflugslokal ankommen, sind Türen und Fenster verrammelt. Der Wirt hat sich nach jahrzehntelanger Arbeit altersbedingt zur Ruhe gesetzt, ohne einen Nachfolger für seine Gaststätte zu finden. Wie den Wanderern könnte es Gästen im Odenwald und an der Bergstraße in Zukunft öfter ergehen, dort ist der Anteil der älteren Gastronomen besonders hoch. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, die unter dem Titel „Wie alt sind unsere Unternehmer“ jetzt erschienen ist. Darin wurde die Altersstruktur der Unternehmerschaft in der IHK-Region Darmstadt Rhein Main Neckar in ausgewählten Branchen und Rechtsformen analysiert.

Bei den Kleingewerbetreibenden legte die IHK den Fokus auf die Branchen Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Verkehr und Logistik. Quer durch alle betrachteten Branchen und Gebietseinheiten fällt auf, dass bei den Kleingewerbetreibenden gut ein Drittel der aktiven Unternehmer 54 Jahre oder älter ist.

Für den Tourismus bedenklich

In einigen Regionen und Branchen zeichnet sich eine Überalterung in der Unternehmerschaft bereits deutlich ab. So ist etwa im Odenwaldkreis von den 419 Kleingewerbetreibenden in der Hotel- und Gaststättenbranche fast ein Drittel 60 Jahre oder älter. Im Landkreis Bergstraße liegt ihr Anteil bei 44 Prozent. Mehr als jeder Fünfte der 475 Gastronomen ist dort sogar 66 Jahre oder älter. „Vor allem für den Tourismus ist das zunehmend bedenklich“, sagt Claus Gilke, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik der IHK. „Oft stehen in der Gastronomie Familienangehörige nicht als Nachfolger zur Verfügung.“

In der Stadt Darmstadt ist die Alterssituation für die Wirte weniger prekär. Dafür gehört im Einzelhandel mehr als ein Drittel der Unternehmer aus kleineren Unternehmen zur Gruppe der 54-Jährigen und Älteren an. Das gilt auch für die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Erfahrungen zeigten, dass kleine Unternehmen dieser Branche oft keinen Nachfolger haben und sich letztlich dem veränderten Marktumfeld „geschlagen geben“ und den Betrieb schließen. „Dies hat Effekte auf die Innenstädte, die von der Vielfalt durch unabhängigen Einzelhandel leben“, so Gilke.

Rechtzeitig um Nachfolge kümmern

Bei den im Handelsregister eingetragenen Unternehmen fällt im Kammerbezirk nur ein knappes Viertel der Geschäftsführer von GmbHs in die Gruppe „55 Plus“. In Darmstadt sind jedoch bei den 28 Kommanditgesellschaften die Hälfte der Inhaber 55 Jahre oder älter. Von den 246 eingetragenen Kaufleuten im Landkreis Darmstadt-Dieburg gehören 40 Prozent dieser Altersklasse an.

An der Tatsache, dass zunehmend mehr Unternehmer in den Ruhestand gehen, lässt sich wenig ändern. Aber der Betriebsübergang kann unterstützt werden. Die IHK Darmstadt bietet dafür Nachfolgeberatung an und hat das Thema zudem online systematisch aufbereitet. Die Unternehmer sollten sich ihrerseits rechtzeitig um eine Nachfolge kümmern.

Nicht zuletzt ist IHK-Standortexperte Gilke zufolge auch die Politik gefordert, etwa bei der Erbschaftsteuer auf Betriebsvermögen, die behutsam geregelt werden müsse. Wer als Externer einen bestehenden Betrieb übernehme, solle diesen Vorgang steuerlich degressiv über fünf Jahre abschreiben können. „In dieser Zeit gelten auch die Regeln fort, die der bisherigen Betriebsführung zu Grunde lagen, also keine neuen öffentlichen Lasten.“ Darunter fallen zum Beispiel Auflagen beim Brandschutz oder der Ausstattung der Küchen. „In der Gastronomie liegt das auch in der Hand der Kommunen“, so Gilke.

Die Untersuchung der IHK Darmstadt

Die IHK hat die Altersstruktur der Unternehmerschaft in der IHK-Region Darmstadt Rhein Main Neckar in ausgewählte Branchen und Rechtsformen analysiert. Dafür wurden drei Altersklassen gebildet: die Jahrgänge 1960 bis 1955, 1954 bis 1949 sowie 1948 und davor. Bei den Kleingewerbetreibenden legte die IHK den Fokus auf die Branchen Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Verkehr und Logistik. Bei der Gruppe der Handelsregisterfirmen waren die relevanten Rechtsformen eingetragene Kaufleute (e.K.), Kommanditgesellschaften (KG) und GmbHs.

Ergebnisse sortiert nach Landkreisen und der Stadt Darmstadt

Für die Landkreise Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt finden Sie auf unserer Website jeweils eine Einzelbetrachtung der Ergebnisse. Odenwald und Bergstraße wurden wegen ihrer touristischen Ausrichtung in einem gemeinsamen Papier zusammengefasst.  Die Zahlen sind auch in einer Broschüre zusammengefasst. Alle Infos finden Sie unter www.darmstadt.ihk.de (Dokument-Nummer 139985).

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