26.06.2015 – 14:52 | Kein Kommentar

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IHK analysiert Fachkräftesituation in der Region – Appell an Unternehmen, sich frühzeitig mit dem demographischen Wandel auseinanderzusetzen

Eingetragen von am 10.06.2015 – 10:41Kein Kommentar

Mannheim. Die Fachkräftesituation wird sich in den nächsten Jahren in der Region verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar. Laut dem IHK-Fachkräftemonitor könnten in den kommenden drei Jahren durchschnittlich etwa 10.700 Fachkräfte pro Jahr fehlen. Aufgrund der demographischen Entwicklung geht die IHK davon aus, dass das Fachkräfteangebot künftig zurückgehen wird. Die Spanne zwischen Angebot und Nachfrage wird sich dadurch deutlich vergrößern. „Durch die abschlagsfreie Rente mit 63 wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Nitschke. Er hält fest: „Der Fachkräftemangel ist noch kein flächendeckendes Phänomen. Er tritt aber bereits in einzelnen Berufsgruppen und Wirtschaftszweigen auf.“

Bei den Akademikern ist der Fachkräftemangel nach wie vor in den Berufen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) am größten. Im Bezirk der IHK Rhein-Neckar werden insbesondere Elektroingenieure, Informatiker, Bauingenieure und auch Ingenieure des Maschinen- und Fahrzeugbaus gesucht. Die IHK rechnet damit, dass bis zum Jahr 2016 durchschnittlich jährlich rund 2.000 Akademiker fehlen könnten. Bei Juristen, Sprach-, Literatur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaftlern wird kein Fachkräftemangel, sondern ein Überschuss erwartet.

Bei den Nichtakademikern mit technischer Qualifizierung ist der Fachkräftemangel bereits heute deutlich spürbar. Bis zum Jahr 2016 könnten im IHK-Bezirk durchschnittlich jährlich fast 10.000 Fachkräfte fehlen. Insbesondere Meister oder Techniker sind schon heute Mangelware auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Bei den beruflich Qualifizierten mit kaufmännischer Ausrichtung wird in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich kein genereller Eng-pass bestehen. Allerdings sind auch bei einigen Berufen aus dem kaufmännischen Bereich, z.B. in der Hotellerie, im Einkauf und Vertrieb, Controlling sowie in den Erziehungsberufen schon heute Fachkräfteengpässe zu verzeichnen.

Anders sieht es derzeit noch bei den sogenannten Helferberufen aus, zu denen an- bzw. ungelernte Arbeitskräfte zählen. Hier wird in den nächsten  Jahren kein Mangel, sondern ein Überschuss erwartet. „Auch bei den Helferberufen wird der demographische Mangel zuschlagen“, warnt Nitschke und rät den Unternehmen, sich bereits heute mit der Einstellung von Personen zu beschäftigen, die zwar noch nicht die Voraussetzungen für eine Ausbildung mitbringen, aber das Potential haben, sich durch praktische Bewährung im Betrieb zu beweisen. Laut der aktuellen IHK-Prognose ist es möglich, dass durch die demographische Re-duktion des Arbeitskräfteangebotes ab dem Jahr 2020 Engpässe bei den Helferberufen auftreten könnten.

Um den Auswirkungen des demographischen Wandels frühzeitig begegnen zu können, empfiehlt Nitschke den Unternehmen, sich schon heute mit der Altersstruktur in ihren Betrieben auseinanderzusetzen. Mit dem IHK-Demographierechner (http://www.demografierechner-bw.de) stellt die IHK ihren Mitgliedsunternehmen ein kostenloses Analyseinstrument zur Verfügung, mit dessen Hilfe sie die Altersstruktur für ihren Betrieb ermitteln und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das eigene Unternehmen bewerten können.

Die IHK Rhein-Neckar appelliert an die Politik, die Rahmenbedingungen frühzeitig so anzupassen, dass weitere Fachkräftepotentiale erschlossen werden können. Hier nennt Nitschke die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierzu zählt aus seiner Sicht auch eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote, die nur durch Verbesserung der Ganztagesbetreuung für alle Altersklassen erreicht werden kann. „Unser Ziel muss es sein, auch weibliche Fachkräfte langfristig in der Region zu halten“, so der IHK-Chef.

Der IHK-Fachkräftemonitor (http://www.fachkraeftemonitoring-bw.de) wurde 2008 im Auftrag der baden-württembergischen IHKs von dem Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR, Darmstadt, entwickelt. Die Anwendung stellt die Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Fachkräftearbeitsmarkt bis zum Jahr 2030 anschaulich dar. Die Angaben lassen sich differenzieren nach 105 Berufsgruppen, 18 Branchen und 12 Regionen in Baden-Württemberg. Der IHK-Fachkräftemonitor basiert auf Daten der IHK-Konjunkturumfragen, der Bundesagentur für Arbeit, der Statistischen Ämter sowie des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Die Datenbasis wird jährlich aktualisiert.

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