26.06.2015 – 14:52 | Kein Kommentar

Die Wanderer freuen sich schon auf eine warme Mahlzeit, Kaffee und Kuchen. Doch als sie am Ausflugslokal ankommen, sind Türen und Fenster verrammelt. Der Wirt hat sich nach jahrzehntelanger Arbeit altersbedingt zur Ruhe gesetzt, ohne …

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Ein Cocktail aus Optimismus und Realismus IHK-Konjunkturbericht für Ostwürttemberg zum Jahresbeginn 2015

Eingetragen von am 26.06.2015 – 08:37Kein Kommentar

Die Wirtschaft in Ostwürttemberg startet aktuell, mit einer guten oder mindestens befriedigenden Geschäftslage ins neue Jahr. Die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 500 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen der Region zeigen: 46 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage gut, knapp die Hälfte der Befragten befriedigend. Damit bleiben gerade einmal fünf Prozent der Befragten, die ihre wirtschaftliche Lage derzeit schlecht einschätzen. Gegenüber dem Herbst vergangenen Jahres stellt das eine leichte Verbesserung dar.
Die Umsatzbewertungen gegenüber dem Vorjahresquartal fallen kaum schlechter aus als im Herbst 2014. Demnach verzeichneten 40 Prozent der Unternehmen steigende Umsätze zum Vorjahresvergleich, ein Drittel der Befragten gab gleichbleibende Zahlen an.

Die Ertragslage leicht verbessert

Knapp ein Drittel der regionalen Wirtschaft spricht von einer guten Ertragslage zu Beginn des Jahres. Das sind fünf Prozent mehr als im Herbst 2014 und auch noch leicht mehr als im Frühjahr letzten Jahres. Die Zahl derer, die von einer schlechten Ertragslage spricht, hat sich zum Frühjahr letzten Jahres verringert, von damalig 15 auf aktuell 10 Prozent.

Auftragseingänge aktuell gut, Exporterwartungen dagegen leicht verhalten

Passend zur Ertragslage tendieren die Auftragseingänge. Ein Drittel der Unternehmen sieht diese steigend, über die Hälfte gleichbleibend und weniger Unternehmen verzeichnen fallende Auftragseingänge als noch im Herbst 2014. „Damit bewerten die Unternehmen zwar nicht auf Frühjahrsniveau 2014, aber der Trend ist positiv“, so IHK-Konjunkturreferentin Michaela Eberle.

Nicht ganz so positiv scheinen die Erwartungen in die Zukunft; zumindest auf die nächsten zwölf Monate bezogen. Nur ein Fünftel der Unternehmen rechnet für diesen Zeitraum mit besseren Geschäften als aktuell, im Herbst letzten Jahres war es noch fast ein Drittel.

Vergleichsweise verhalten fallen dagegen die Exporterwartungen aus. Nicht mal mehr ein Fünftel der Unternehmen rechnen mit steigenden Exporten – im Herbst letzten Jahres waren dies noch 40 Prozent.

TOP 3 der Investitionsmotive: Ersatzbedarf, Rationalisierung und Innovation

Von abnehmenden Investitionen im Inland sprechen zu Jahresbeginn 2015 doppelt so viele Unternehmen wie noch im Herbst 2014, knapp ein Fünftel aller Befragten urteilt so. Die Hälfte der Unternehmen sehen für das kommende Jahr ihre Inlandsinvestitionen auf Vorjahrsniveau. Knapp drei Viertel aller Unternehmen planen Inlandsinvestitionen in Ersatzbedarf und über 40 Prozent in Rationalisierung; aber auch knapp 40 Prozent wollen in Innovationen investieren.

Wirtschaftspolitik ist mittlerweile Risiko Nr. 3

Größter Risikofaktor sind über alle Branchen hinweg genannt die Arbeitskosten und die Inlandsnachfrage. Über die Hälfte der Unternehmen geben diese beiden Faktoren an. Die Wirtschaftspolitik wird aktuell von über 40 Prozent der Befragten mit Sorge gesehen und damit zunehmend mehr als Risiko bewertet. Dieser Trend lässt sich seit einigen Umfragen erkennen.

Keine Steigerung der Investitionen im Ausland

Die regionale Wirtschaft plant im Schnitt keine Erhöhung ihrer Auslandsinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr. Im letzten Jahr gaben noch ein Fünftel der Befragten an, ihre Investitionen im Ausland zu steigern, aktuell liegt der Anteil bei rund 14 Prozent. Knapp zwei Drittel der Unternehmen investieren demnach gar nicht im Ausland.

Markterschließung steht vor der Kostenersparnis bei der Produktion im Ausland

Auf den meisten Zielmärkten international produzieren die Unternehmen der Region aus Gründen der Markterschließung, weniger aufgrund der  Kostenersparnis. Die Kostenersparnis ist noch ein Hauptgrund bei der Produktion in der EU und der Euro-Zone.

Euro-Zone Hauptzielregion für Auslandsinvestitionen

Für knapp Dreiviertel der regionalen Wirtschaft ist die Euro-Zone die Hauptzielregion für ihre Auslandsinvestitionen. Ein Viertel der Unternehmen investieren dort in den Aufbau von Vertrieb und Kundendienst.

Der ausführliche Konjunkturbericht für Ostwürttemberg, sowie die Einschätzungen auf Landkreisebene sind erhältlich als Download unter www.ostwuerttemberg.ihk.de, Navigation Standortpolitik Volkswirtschaft  Konjunktur oder direkt bei Michaela Eberle, eberle@ostwuerttemberg.ihk.de oder Tel. 07321 324-197.

Blick in die Branchen

Industrie: Umsatz- und Exporterwartungen gleichbleibend
Die Industrie ist weiterhin zu 84 Prozent ihrer Kapazitäten ausgelastet, und die Hälfte der Unternehmen bewertet ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Der Anteil derer, die aktuell von einer schlechten Lage sprechen ist mit drei Prozent eher gering. Eine gute Ertragslage, bei allerdings weniger guten Umsätzen im Vergleich zum Vorjahresquartal, so urteilen die Befragten zu Jahresbeginn. Die Auftragseingänge tendieren bei einem Drittel steigend, bei über der Hälfte gleich bleibend und bei weniger Unternehmen – als noch im Herbst 2014 – rückläufig. Hauptrisiken für die Industrie sind die Arbeitskosten für über 60 Prozent, die Inlandsnachfrage sowie die Energie- und Rohstoffpreise für jeweils über die Hälfte der Befragten. Investiert wird im Inland meist in Ersatzbedarf bei knapp drei Viertel, in Rationalisierung bei knapp 60 Prozent; in Innovationen bei knapp 40 Prozent der Befragten.

Handel: fallende Umsätze, anziehende Tendenzen
Der Handel in Ostwürttemberg bewertet seine aktuelle Geschäftslage differenziert. Bei mehr Unternehmen als noch im Herbst ist die Lage gut, aber ebenso sprechen deutlich mehr Befragte als noch im Herbst von einer schlechten Lage. Die „Mittelschicht“, also diejenigen, die mit befriedigend urteilen fehlt. Dies spiegelt sich in der Beurteilung der Ertragslage ebenso wider. Fast die Hälfte der Befragten bewertet das Kaufverhalten ihrer Kunden zurückhaltend, sieht aber eine anziehende Tendenz bei Bestellungseingängen.

Dienstleistung: etwas weniger Umsatz und Ertrag
Die Unternehmen der Dienstleistungsbranche beurteilen ihre Geschäftslage weit weniger gut als noch im Herbst vergangenen Jahres. Während damals noch zwei Drittel sich in einer aktuell guten Lage sahen, ist das zu Jahresbeginn noch knapp die Hälfte der Befragten Die Tendenzen der Auftragslage scheinen dennoch gut zu sein, über ein Viertel der Unternehmen geht von steigenden Auftragszahlen im laufenden Jahr aus, weniger Unternehmen von fallenden als noch im Herbst letzten Jahres.

Wissensintensive Dienstleister: Sorge Nr. eins Wirtschaftspolitik
Deutlich weniger wissensintensive Dienstleister beurteilen im Vergleich zum Herbst 2014 ihre Geschäftslage gut. Im letzten Jahr sprachen drei Viertel, zu Jahresbeginn 2015 nur noch knapp die Hälfte der Unternehmen von einer aktuell guten Geschäftslage. Das Umsatzniveau im Vergleich zum Vorjahr scheint dennoch gehalten worden zu sein und die Ertragslage wird ebenso weiterhin positiv bewertet. Für mehr als die Hälfte der Befragten Unternehmen dieser Branche ist die Wirtschaftspolitik das Risiko Nr. eins. Damit sind die wissensintensiven Dienstleister der Wirtschaftszweig der dies am meisten mit Sorge sieht.

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